01.09.2026 – Menznau
Wechselausstellung «Leere» im September
Mein Name ist Angela Bussmann. Ich bin auf dem Menzberg aufgewachsen und wohne jetzt in Nebikon. Wenn ich male, spüre ich manchmal, dass etwas gemalt werden will. Und wenn ich dann beginne, offenbart es sich mir nach und nach. Oft aber sehe ich ein Bild vor meinem inneren Auge. Während des Malens spüre ich dann ziemlich genau, wie es sein will und wie es nicht sein will. Und was noch dazu gehört und was nicht. Diesem Gefühl folge ich, bis ich nach einem letzten Pinselstrich spüre: «Stopp! Halt! Nichts Weiteres mehr. Es ist fertig.» Das ist das befriedigendste und schönste Gefühl. Dieses stimmige Gefühl: Es ist vollbracht.
Denn ich habe bei jedem Bild Zweifel, ob ich es wirklich schaffe, es zu malen. Das Malen ist für mich nicht ein Prozess, in den ich entspannt eintauche, wie ich das manchmal von anderen Malenden höre. Es ist anstrengend und manchmal auch unbequem. Denn ich verleihe etwas eine Form, das ich ohne Form sehe oder spüre. Jedes Bild ist eine Geburt von etwas, das durch mich einen Ausdruck sucht. Und in jedem Bild finde ich selbst einen Ausdruck.
Als ich letzten Winter in der Dunkelheit im Wald unter den Tannen sass und mir überlegte, ob ich an dieser Ausstellung teilnehmen möchte, kamen mir nachfolgende Gedanken zum Thema Leere. Das Bild, das ich dabei vor meinem inneren Auge sah, habe ich gemalt und könnt ihr nun im September in der Kirche betrachten.
Ist Leere leer? Ist Leere voll?
Ist Leere Gott? Ist Gott Leere?
Ist Gott leer, weil ES alles ist?
Ist Gott alles, weil ES leer ist?
Ist Gott formlos, weil ES jede Form ist?
Ist Gott jede Form, weil ES formlos ist?
Ist Gott nichts, weil ES alles ist?
Ist Gott alles, weil ES nichts ist?
Ist Leere der Urgrund des Lebens, in den alles immer wieder einkehrt, um neu daraus hervorzugehen?
Ist Leere der Raum, der das Leben hält? In den alles immer wieder zurückkehrt, um neu daraus hervorzukommen?
Ist Sterben ein Eingehen in Leere? Ein Eingehen ins Nichts, das alles ist. Wo das Leben die Form verliert, um alles zu sein. Wo das Leben alles ist, um eine Form zu werden. Und als neue Inspiration daraus hervorzugehen. Ein göttlicher Atem, der die Wandlung kennt?
Ist Leere das, was uns auffängt, wenn wir fallen?
Die Ausstellung in der Pfarrkirche Menznau ist frei zugänglich und täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Ich freue mich über Ihren Besuch.
Angela Bussmann